Ausreden eines Fotodiebs, Teil 4

Warnemünde
Foto: Warnemünde, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Profis darf es erst recht nicht passieren. Privatleuten kann es passieren. Sollte es aber nicht. Denn ich muss auch nicht jedem erklären, dass man einfach so ein Fahrrad oder Auto nicht mitnehmen kann. Und warum man das nicht tut. Fotografien haben auch einen Besitzer, einen Urheber. Und das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

Auch nicht für Vermieter von Ferienwohnungen und Ferienhäusern. Privatleuten. Privat? Ist die Vermietung von Ferienobjekten wirklich privat? Sicher nicht, selbst wenn, z.B. aufgrund von finanziellen Belastungen auf dem Objekt, kein Gewinn erwirtschaftet wird.

Nein, dass ist doch nur eine rein private Seite auf der ich meine Ferienwohnung vermiete!

ist dann zu hören. Aber: Grundsätzlich bleibt der Diebstahl ein Diebstahl.

Paris an einem Tag – mit dem Thalys

Baby-Mobile aus Holz
Foto: Eiffelturm, La Tour Eiffel, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Paris ohne Billigflug – an einem Tag – mit dem Thalys aus dem Ruhrgebiet locker machbar. Man hat maximal rund 8 Stunden Aufenthalt, so könnte man neben einem Geschäftstermin auch noch ein wenig Sightseeing machen. Je nachdem, wie frühzeitig man bucht, sind Preise um die 100 EUR für die Hin- und Rückfahrt möglich.

Gegen das Flugzeug und für die Bahn sprechen aus meiner Sicht auch noch die reinen CheckIn-/CheckOut-Zeiten sowie die Fahrzeit zum bzw. vom Flughafen. Vom Flughafen Paris Charles de Gaulle benötigt man schon mindestens 35 Minuten bis in die Pariser Innenstadt. Mit dem Thalys kommt man recht zentral, fußläufig der Sacré Cœur, am Gare du Nord an.

Ich fuhr um 5:39 ab Essen Hbf, Ankunft war gegen 10:20 in Paris am Gare du Nord, d.h. mit ca. 20min Verspätung. Die Entschuldigung mit kurzer Begründung kam hier von Thalys prompt per SMS; das ist Kundenservice. Zurück ging es um 18:01, pünktliche Ankunft um 22:16 wieder in Essen.

Eurostar im Bahnhof Gare du Nord, Paris mit Sicherheitsschleuse
Foto: Eurostar im Bahnhof Gare du Nord, Paris mit Sicherheitsschleuse, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0
Thalys - Abteil Comfort 1 / 1. Klasse
Foto: Thalys – Abteil Comfort 1 / 1. Klasse, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0
 Thalys im Bahnhof Gare du Nord, Paris
Foto: Thalys im Bahnhof Gare du Nord, Paris, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Was mir kurz vor der Rückfahrt auffiel: ernorme Sicherheitsvorkehrungen am Eurostar in Richtung London. Hey, London ist Europa. Paris auch. Warum also im Thalys – bis auf personalisierte Tickets (ohne Vorzeigen des Passes …) – keine Sicherheitskontrollen oder anders gefragt: warum im Eurostar Sicherheitskontrollen wie am Flughafen? Am Thema Flüchtlinge wird es sicher nicht liegen.

All diese Gedanken machte ich mir übrigens am Tag vor dem vermutlichen und verhinderten Terroranschlag auf den Thalys auf der Strecke Amsterdam-Paris. Einen Tag später sah ich die einfache Reise-Welt wieder mit anderen Augen: Das letzte Mal in Paris war ich vor 10 Jahren und somit einige Jahre nach 9/11. Am Eiffelturm gab es damals beispielsweise nur mit Gewehren bewaffnete Polizisten, in 2015 dann aber auch hier schon Sicherheitsschleusen, am Arc de Triomphe Taschenkontrollen. Am Donnerstag dachte ich: viel zu übertrieben. Am Freitag: was, wenn er in meinem Zug gewesen wäre?

Fragt doch … statt zu klauen – Mit Anstand und Respekt ans Ziel

Filesharing-Abmahnung
Foto: Filesharing-Abmahnung, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Über Ausreden von Fotodieben habe ich schon vielfach berichtet – und ich bin leider noch lange nicht am Ende.

Gordon Seipold trifft in seinem Blog den Nagel auf den Kopf: Fragt doch … anstatt zu klauen! Seine Erfahrungen zum Content-Klau (nicht nur Fotodiebstahl) sind lesenswert, insbesondere auch die Reaktionen auf Abmahnungen und einfachere Anschreiben.

Mit dieser Aussage spricht er mir aus der Seele:

Muss ich ernsthaft die Situation des Gegenübers berücksichtigen und – obwohl ich beklaut wurde – dafür Verständnis aufbringen und nachsichtig sein? […] Mich in einer solchen Situation mitverantwortlich für das eigene Fehlverhalten zu machen, ist respektlos.

Das lasse ich jetzt mal so stehen und empfehle nochmals seinen Artikel.

Wie viel verdienen Fotografen in Deutschland?

Fliegender Luftballon mit Herzen
Foto: Fliegender Luftballon mit Herzen, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Robert Kneschke analysiert in seinem Blog ausführlich die Verdienst-Umfrage von berufsfotografen.com.

3000 Teilnehmer der Umfrage gaben umfangreich Auskunft über ihre Ausbildung, Arbeitsbereiche, Buchungstage sowie über ihre Tagessätze.

Die kompletten Umfrage-Ergebnisse können als PDF heruntergeladen werden. Fast die Hälfte der Fotografen gab an, nur 1 bis 5 Buchungstage im Monat zu haben; interessant ist auch besonders der Umfragepart zu Nutzungsrechten:

Für gut ein Drittel der Fotografen stellt die Berechnung von Nutzungsrechten einen wichtigen Teil des Verdienstes dar. Durch Entwicklungen wie einem zunehmenden Preisdruck und preislich günstigem Stockmaterial ist das Verständnis für diesen Punkt bei vielen Auftraggebern leider stark gesunken. Immerhin rund 37 % berechnen Nutzungsrechte aber fast immer oder oft. 38,2 % gaben an, Nutzungsrechte zumindest gelegentlich zu berechnen und 25 % der Fotografen berechnen sie nie.

(Quelle: Berufsfotografen.com)

Wertschätzung von Fotografien

Diskussion bei Twitter, Screenshot: Dirk Vorderstraße
Diskussion bei Twitter, Screenshot: Dirk Vorderstraße

Martina von Fotofeinkost stellt in ihrem Blog und auf Twitter die Frage, ob Fotografien und künstlerische Leistungen von Fotografen ausreichend Wertschätzung erhalten.

Was war passiert? In der aktuellen Brigitte erschien ein kurzer Artikel zur Rönten-Fotografie von Brian Whitney (http://www.x-rayphotography.com) . Als Tipp dazu: seine Fotos im Fullscreen am PC anzeigen lassen, Screenshot machen, ausdrucken und aufhängen (Screenshots vermutlich deshalb, weil Brian Adobe Flash nutzt).

Ganz toller Tipp. Mal abgesehen, dass die Auflösung vermutlich nicht ausreichend wird, um die Screenshots gescheit zu Papier zu bringen – um dann die Pixel-Kunst an der Wand zu bewundern.

Brigitte wäre über den Tipp, seine Ausgaben mit Smartphones abzufotografieren oder auf den guten alten Kopierer zu legen, sicher auch nicht erfreut.

sternTV/RTL testet Kinderfotografen

Baby-Mobile aus Holz
Foto: Baby-Mobile aus Holz, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

„So erkennen Sie einen echten Profi“. sternTV testete mit versteckter Kamera Kinderfotografen. Der teuerste war im Übrigen auch der schlechteste Fotograf im Test. Nachzulesen hier und anzusehen nach der Sendung in der RTL-Mediathek. Fotografin Andrea Rüster begleitete den Test als Expertin. Kein Ergebnis, auf das das Fotografen-Handwerk stolz sein darf.

Ausreden eines Fotodiebs, Teil 3

 Autobahn, Kamener Kreuz, Rush Hour
Foto: Autobahn, Kamener Kreuz, Rush Hour, Urheber: Dirk Vorderstraße

Da staunt der Chef. Über ungebetene Post, von einem Fotografen oder einem Anwalt. Warum? Das ist leicht erklärt. Viele beauftragen – verständlicherweise – Profis für die Erstellung der eigenen Unternehmens-Website oder auch der eigenen Facebook-Präsenz. Leider achten auch die Profis nicht immer darauf, woher die Fotos zur Aufhübschung der Website stammen.

Nein. Warum sollte ich für diese Urheberrechtsverletzung haften? Meine Agentur hat das Foto doch dort reinprogrammiert.

ist dann die häufige Antwort. Nur: wer im Impressum steht, haftet auch für den Inhalt der Website. Im Regelfall. Ausnahmen gibt es aber nur wenige. Wenn überhaupt zum Content Vereinbarungen getroffen wurden. Eine gute FAQ-Liste dazu bietet Rechtsanwalt Niklas Plutte auf seiner Kanzlei-Homepage.

Jeder, der die Erstellung einer Website aus der Hand gibt, sollte also genau hinschauen, woher welche Fotos stammen. Denn die Rechtekette muss stets bis zum Urheber zurückverfolgt werden, um nicht die eigene Sorgfaltspflicht zu verletzen.

Kirchenmalerei – Lichtverhältnisse in einer Kirche näher beleuchtet

Gesangsbuch in der Kirche
Foto: Gesangsbücher in der Kirche, Urheber: Dirk Vorderstraße

Das Verhalten eines Fotografen auf einer Hochzeit oder einer Taufe versteht sich von selbst: stets zurückhaltend, nicht auffallend, leise, und dennoch im Hintergrund präsent, wenn es drauf ankommt – am Taufbecken oder beim Ringtausch. Ein Fotograf ist kein Vorturner. Turner? Richtig, auch kein Turner. Also angemessen gekleidet, aber praktisch. Ein T-Shirt ist aus meiner Sicht und Erfahrung okay, kurze Hose auch bei 35 Grad allerdings nicht.

Näher beleuchten möchte ich aber eher die Lichtverhältnisse. Denn die sind in fast jeder Kirche, auch bei Sonnenschein High Noon 12 Uhr mittags nie optimal, eher suboptimal. Nur was kann ein Fotograf bei schlechten und auch wechselnden Lichtverhältnissen tun? Oder: was sollte er besser nicht tun?

Schlechte Lösungen sind für mich: interner, also eingebauter Blitz, externer, also Aufsteckblitz, Objektive mit hoher Anfangsblende, Objektive mit Festbrennweite
Gute Lösungen sind: Kameras mit geringem Rauschverhalten auch bei hohen ISO-Werten, Fotos im RAW-Format speichern, um später ggfs. u.a. den Weißabgleich zu korrigieren, lichtstarke Zoom-Objektive, um nicht im Vordergrund zu stehen

Persönlich greife ich bei Hochzeiten und Taufen gerne auf meine NIKON D750 zurück. Ich hatte mich vor einiger Zeit gegen die NIKON D800 bzw. D810 entschieden. Beide würden zwar eine deutliche höhere Auflösung bieten – allerdings mit schlechterem Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten. Kurz gesagt: ISO 3200 ist ohne Probleme möglich.

Ebenso wichtig sind lichtstarke Objektive. Kostengünstig wäre eine Festbrennweite, z.B. das NIKON/NIKKOR 50mm – Objektiv mit 1,8er-Blende. Ich nutze allerdings lieber aufgrund der besseren Bildqualität, tollen Schärfe und natürlich auch Flexibilität die beiden NIKON/NIKKOR-Must-Have-Zooms 24-70mm 2,8 und 70-200mm 2,8 . Die durchgängige 2,8er-Blende bietet hier eine tolle Lichtstärke. In Kombination mit meiner guten, alten NIKON D7000 kann ich auch beide gleichzeitig nutzen und spare Zeit beim Objektivwechsel.

Unbezahlbar? Nein. Doch: eine ruhige Hand ist unbezahlbar. Training, Atemtechnik, Training, Haltung, Training. Das sollte man natürlich im Vorfeld bedenken. Hochzeit und Taufe sind unvergessliche Momente für Brautpaare und Eltern. Die Momente sind nicht wiederholbar. Heißt auch: nicht nur ruhige Hand – auch allgemein Ruhe bewahren. Nervös sind immer die anderen 🙂 .

Creative Commons-Fotos, Schadensersatz und Mouse-Over

Eckball, Fußballspiel Hammer SpVg - SuS Stadtlohn
Foto: Eckball, Fußballspiel Hammer SpVg – SuS Stadtlohn, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Da hat das Landgericht München I einen absoluten Volltreffer gelandet. Nach dem aus meiner Sicht nicht unumstrittenen und vor allem unklaren Urteil des OLG Köln zu Creative Commons-Lizenzen (OLG Köln, Entscheidung vom 31.10.2014, Aktenzeichen 6 U 60/14) gibt es nun endlich einen erfreulichen Lichtblick für alle Fotografen, die Teile ihres Portfolios unter die Creative Commons – Lizenz gestellt haben.

Mit Urteil vom 17.12.2014, Az. 37 O 8778/14 stellt das Landgericht München I unmissverständlich klar, dass die Nichteinhaltung der Creative Commons – Lizenz einen Schadensersatzanspruch des Fotografen gegenüber dem Verletzer auslöst. Und das unabhängig davon, dass die Nutzung grundsätzlich kostenfrei bei Einhaltung der Lizenz möglich wäre. Auch spielt es aus meiner Sicht keine Rolle, ob die Lizenz gänzlich oder nur zum Teil missachtet wird: fehlt nur ein kleiner Teil wie die Urhebernennung gem. §13 UrhG oder die Lizenz-Benennung, kommt kein gültiger Lizenz-Vertrag zustande.

App Store
Foto: App Store, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Das Landgericht München I hat im selbigen Urteil auch noch einen weiteren Aberglauben beseitigt (wie schon zuvor das Amtsgericht Düsseldorf im von einem befreundeten Fotografen erstrittenen Urteil vom 03.09.2014, Aktenzeichen 57 C 5593/14): die Nennung des Urhebers/Fotografen (oder aller Lizenzbedingungen) im sogenannten Mouse-Over-Effekt (d.h. im title-/alt-Tag des Fotos) ist nicht ausreichend. Schon lange ist klar, dass nicht alle Browser alle HTML-Elemente korrekt darstellen. Dies genügt den Anforderungen an eine korrekte Urheber- und Lizenz-Benennung eben nicht. Viel wichtiger ist aber: es gibt immer mehr Smartphone- und Tablet-Nutzer – und auf Smartphones und Tablets gibt es eben diese Mouse-Over-Funktion nicht.

Eine ausführliche Analyse des Urteils gibt es bei offenenetze.de , wobei Betreiber Reto Mantz sich bei der Nutzung meines Fotos auch nicht unbedingt an die Creative Commons-Regeln hält ; – ) . Das Urteil wird richtungsweisend sein – wenn auch nicht für jeden Wald- und Wiesen-Anwalt.