Ahlbeck, Usedom

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Foto: Ostseebad Ahlbeck auf Usedom, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Anfragen für Hochzeitsfotos erhalte ich häufig, jedoch sind die Buchungsanfragen in aller Regel aus der unmittelbaren Umgebung von Hamm. Heute konnte ich mich allerdings über eine Anfrage für die schöne Ostseeinsel Usedom freuen. Leider wird die Flugstrecke Dortmund – Heringsdorf (Usedom) erst ab Ende April 2016 wieder zur Saison bedient, so dass auf jeden Fall eine Übernachtung nötig sein würde. Will heißen: 1300km mit dem Auto. Einmal Paris und zurück.

Hallo, Herr Vorderstrasse,

würden Sie für uns Fotos machen auf unserer Hochzeit am 2.4.16, […] Uhr, Seebrücke Ahlbeck ? Etwa […]. Was kostet das ?
VG

Ines […]

Nun ja – ich hoffe, meine Anwort mit Reisekostenberechnung schreckt nicht zu sehr ab:

Hallo Frau […],

vielen Dank für Ihre freundliche Anfrage. Das Wichtigste vorab: am 2. April hätte ich für Sie Zeit. Für die […] Hochzeitsfotos würde ich Ihnen […] EUR berechnen. Hinzu kämen allerdings ca. […] EUR an Reisekosten für die Anreise (ca. 1300km insgesamt) mit einer Übernachtung. Über eine Buchung würde ich mich freuen. Bei weiteren Fragen rufen Sie mich doch gerne an.

Mit freundlichen Grüßen,
Dirk Vorderstraße

Paris an einem Tag – mit dem Thalys

Baby-Mobile aus Holz
Foto: Eiffelturm, La Tour Eiffel, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Paris ohne Billigflug – an einem Tag – mit dem Thalys aus dem Ruhrgebiet locker machbar. Man hat maximal rund 8 Stunden Aufenthalt, so könnte man neben einem Geschäftstermin auch noch ein wenig Sightseeing machen. Je nachdem, wie frühzeitig man bucht, sind Preise um die 100 EUR für die Hin- und Rückfahrt möglich.

Gegen das Flugzeug und für die Bahn sprechen aus meiner Sicht auch noch die reinen CheckIn-/CheckOut-Zeiten sowie die Fahrzeit zum bzw. vom Flughafen. Vom Flughafen Paris Charles de Gaulle benötigt man schon mindestens 35 Minuten bis in die Pariser Innenstadt. Mit dem Thalys kommt man recht zentral, fußläufig der Sacré Cœur, am Gare du Nord an.

Ich fuhr um 5:39 ab Essen Hbf, Ankunft war gegen 10:20 in Paris am Gare du Nord, d.h. mit ca. 20min Verspätung. Die Entschuldigung mit kurzer Begründung kam hier von Thalys prompt per SMS; das ist Kundenservice. Zurück ging es um 18:01, pünktliche Ankunft um 22:16 wieder in Essen.

Eurostar im Bahnhof Gare du Nord, Paris mit Sicherheitsschleuse
Foto: Eurostar im Bahnhof Gare du Nord, Paris mit Sicherheitsschleuse, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0
Thalys - Abteil Comfort 1 / 1. Klasse
Foto: Thalys – Abteil Comfort 1 / 1. Klasse, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0
 Thalys im Bahnhof Gare du Nord, Paris
Foto: Thalys im Bahnhof Gare du Nord, Paris, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Was mir kurz vor der Rückfahrt auffiel: ernorme Sicherheitsvorkehrungen am Eurostar in Richtung London. Hey, London ist Europa. Paris auch. Warum also im Thalys – bis auf personalisierte Tickets (ohne Vorzeigen des Passes …) – keine Sicherheitskontrollen oder anders gefragt: warum im Eurostar Sicherheitskontrollen wie am Flughafen? Am Thema Flüchtlinge wird es sicher nicht liegen.

All diese Gedanken machte ich mir übrigens am Tag vor dem vermutlichen und verhinderten Terroranschlag auf den Thalys auf der Strecke Amsterdam-Paris. Einen Tag später sah ich die einfache Reise-Welt wieder mit anderen Augen: Das letzte Mal in Paris war ich vor 10 Jahren und somit einige Jahre nach 9/11. Am Eiffelturm gab es damals beispielsweise nur mit Gewehren bewaffnete Polizisten, in 2015 dann aber auch hier schon Sicherheitsschleusen, am Arc de Triomphe Taschenkontrollen. Am Donnerstag dachte ich: viel zu übertrieben. Am Freitag: was, wenn er in meinem Zug gewesen wäre?

Abschied von Queen Elisabeth II. in Celle – Sicherheitsstufe 1 mit *

Queen Elisabeth II. zu Besuch in Deutschland
Foto: Queen Elisabeth II. zu Besuch in Deutschland, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Bei öffentlichen Presseterminen von Spizenpolitikern, auch im Wahlkampf, ist die Sicherheitsüberpfrüfung durch das BKA und auch LKA schon Standard. Nicht umsonst muss man im Vorfeld auch Geburtsdatum und Geburtsort preisgeben, dann wird gerastert, was das Zeug hält.

Beim Besuch der britischen Königin Queen Elisabeth II. in Deutschland vergangene Woche waren Presse-/Fotografen-Akkreditierungen nicht nur rar, sondern teils nach dem Berliner Modell gepoolt, wie beispielsweise auch beim Papst-Besuch 2011 oder beim G7-Gipfel 2015. Ich entschied mich allein aus Zeit- und Entfernungsgründen für ihren Besuch in Niedersachsen. Am letzten Tag ihres Deutschlandbesuchs sprach sie u.a. mit Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen, bis auf gepoolte Filmteams und Fotografen war dieser Termin pressefrei.

Der Besuch Königin Elizabeths II und des Herzogs von Edinburgh in Bergen-Belsen wird im kleinen Rahmen stattfinden, um dem Ort und seiner Geschichte Respekt entgegen zu bringen. Daher wird die Britische Botschaft in Bergen-Belsen eine Pool-Lösung für Ton-, Film- und Bildaufnahmen bereitstellen. Informationen zu den Pool-Führern werden zu gegebener Zeit in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Bitte kontaktieren Sie die Botschaft nicht bezüglich zusätzlicher Akkreditierungen. Hierfür besteht keine Möglichkeit.

Blieb also nur noch der offizielle Verabschiedungstermin gegen 13:15 Uhr durch den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) auf dem Heeresflugplatz Celle (Wietzenbruch/Immelmann-Kaserne). Von hier aus sollte die Queen ihren Rückflug antreten.

Im Vorfeld hieß es hierzu: Sicherheitsüberprüfung, begrenzte Zulassung, Pressetribüne, Entfernung ca. 15 Meter, Zufahrt bis spätestens 12 Uhr.

Die Zulassung kam ein paar Tage vorher per Mail, BKA, LKA und vermutlich auch der britische Geheimdienst hatten wohl nichts sicherheitsgelevantes gefunden …

Zur Bearbeitung der Akkreditierung ist es erforderlich, Ihre personenbezogenen Daten automatisiert zu verarbeiten. Sie werden ausschließlich für diesen Zweck erhoben und zum Zweck der Überprüfung sicherheitsrelevanter Umstände an die zuständigen Sicherheitsbehörden übersandt. Die Sicherheitsbehörden löschen im Rahmen von Akkreditierungsverfahren erhaltene personenbezogene Daten nach Abschluss der jeweiligen Veranstaltung.

Als ich gegen 11 Uhr in Celle eintraf, säumten schon tausende Royal-Fans die Straßen, ebenfalls sorgten auf den Hauptstraßen bzw. der offiziellen Fahrtroute alle 200 Meter Polizisten für den reibungslosen Ablauf. Letzter Einlass 12 Uhr? Der Grund dafür war dann auch schnell klar: keine übliche kleine Überprüfung von Rucksack und Fotoausrüstung (z.B. Funktionstest) oder – zuletzt bei Bundespräsident Joachim Gauck – durch Sprengstoffspürhunde. Nein, dieses Mal Sicherheitskontrolle wie am Flughafen und zusätzlich Echtheitsüberprüfung des Ausweises oder Passes mit einer Lupe. Nicht nur für die Presse, auch für die nach meiner Schätzung rund 1000 geladenen Gäste.

Das alles, um für ziemlich genau 8 Minuten (ja, acht!) einen Blick und Klick auf die mit ihrem Range Rover einfahrende, über den roten Teppich zum startklaren Flieger gehende, derzeit älteste amtierende Monarchin der Welt zu erhaschen.

Queen Elisabeth II. zu Besuch in Deutschland
Foto: Queen Elisabeth II. zu Besuch in Deutschland, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Dat is Texel …

Das ist Texel. Kleine, niederländische Insel, viel Sonne, weite, endlose Strände, nette Menschen, Erholung, Fotomotive an jeder Ecke.

Texel, Leuchtturm im Sonnenuntergang
Foto: Dirk Vorderstraße
Texel, Sandverwehungen am Strand beim Sonnenuntergang
Foto: Dirk Vorderstraße
Foto: Dirk Vorderstraße
Foto: Dirk Vorderstraße

… und das ist auch Texel:

Solarbetriebene Strandmobile für die Barrierefreiheit, kostenlose Papiertüten für einen sauberen Strand, Einkaufen im Supermarkt mit eigenem Scanner, Nutella-Gläser, die man auch wirklich leer bekommt, Funk-Pieper, wenn das Essen im Geheimtipp-Fisch-Restaurant abholbereit ist, Behinderten-WC in jeder noch so kleinen Strandbar und automatisches Kennzeichen-Scannen für superschnellen Check-In auf die Autofähre. Denk ich an Texel, denk ich, wir leben hier in Hamm hinterm Mond!

Texel: Strandmobil für den barrierefreien Strandzugang; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: Kostenlose Papier-Tüten für deinen Müll am Strand; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: Hand-Scanner für schnelles Einkaufen im Plus-Markt; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: „gerade“ Nutella-Gläser für langen Genuß; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: Behindertengerechte Toilette in jeder kleinen Strandbar; Foto: Dirk Vorderstraße
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Texel: „Funk-Pieper“ im De Texelse Visspecialist; Foto: Dirk Vorderstraße