VOX hält Creative Commons-Lizenzbedingungen nicht ein

Screenshot: VOXNOW
Screenshot: VOXNOW

Ein befreundeter Fotograf gab mir am Dienstagabend den Tipp, dass VOX mein Foto von Paul Janke in der Sendung Das Perfekte Dinner genutzt hat. Sehr schön!

Nicht so schön: VOX hielt dabei die Creative Commons-Lizenzbedingungen nicht komplett ein. Immerhin: Der Hinweis auf die Wikipedia und die Urhebernennung sind da – reichen aber insgesamt nicht aus. Die entsprechende Creative Commons-Lizenz hätte noch erwähnt und verlinkt werden müssen. Verlinkt? Naja, im TV hätte VOX sie wohl komplett anzeigen müssen. Oder mich einfach fragen können. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass man sich bei VOX bzw. beim Produktionsteam vom Perfekten Dinner nicht wirklich Gedanken darum gemacht hat.

Dat is Texel …

Das ist Texel. Kleine, niederländische Insel, viel Sonne, weite, endlose Strände, nette Menschen, Erholung, Fotomotive an jeder Ecke.

Texel, Leuchtturm im Sonnenuntergang
Foto: Dirk Vorderstraße
Texel, Sandverwehungen am Strand beim Sonnenuntergang
Foto: Dirk Vorderstraße
Foto: Dirk Vorderstraße
Foto: Dirk Vorderstraße

… und das ist auch Texel:

Solarbetriebene Strandmobile für die Barrierefreiheit, kostenlose Papiertüten für einen sauberen Strand, Einkaufen im Supermarkt mit eigenem Scanner, Nutella-Gläser, die man auch wirklich leer bekommt, Funk-Pieper, wenn das Essen im Geheimtipp-Fisch-Restaurant abholbereit ist, Behinderten-WC in jeder noch so kleinen Strandbar und automatisches Kennzeichen-Scannen für superschnellen Check-In auf die Autofähre. Denk ich an Texel, denk ich, wir leben hier in Hamm hinterm Mond!

Texel: Strandmobil für den barrierefreien Strandzugang; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: Kostenlose Papier-Tüten für deinen Müll am Strand; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: Hand-Scanner für schnelles Einkaufen im Plus-Markt; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: „gerade“ Nutella-Gläser für langen Genuß; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: Behindertengerechte Toilette in jeder kleinen Strandbar; Foto: Dirk Vorderstraße
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Texel: „Funk-Pieper“ im De Texelse Visspecialist; Foto: Dirk Vorderstraße

Wenn netter Brief und Abmahnung nicht helfen …

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Foto: Feuerwerk Kurparkfest 2009 Hamm, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

… hilft beim Fotoklau wohl nur eine Klage vor dem Amtsgericht Bochum. Auch wenn zwei vermutlich ehemalige Mitglieder der Piratenpartei Personen seit einiger Zeit behaupten, ich wäre ein böser Abmahner und böser Abzocker.

Aber stecke ich als Fotograf denn wirklich in der Zwickmühle? Was tun bei Urheberrechtsverletzungen, beim gewerblichen Diebstahl meines geistigen Eigentums? Direkt zum Abmahn-Anwalt laufen ist nun mal nicht mein Ding. Und genau das soll der falsche Weg sein? Soll ich über die paar Urheberrechtsverletzungen einfach hinwegsehen? Nein. Denn wir reden hier nicht von Privatleuten und auch nicht von Bloggern.

Und mal ehrlich: wenn man im Januar einen Profi-Reitstall, also einen mit Ausbildung, Zucht und Ferienmöglichkeiten für Kinder, mit Lizenzangebot anschreibt, weil seine Inhaberin ein Feuerwerks-Foto von mir ohne Urhebernennung auf der eigenen Webseite und dazu noch auf der dazugehörigen Facebook-Fanseite nutzt, rechnet man mit vielem: mit Unverständnis, mit Beschimpfungen und dergleichen. Denkste. Nichts passiert. Auch die Erinnerung im Februar – wohlgemerkt mit gleichem Lizenzangebot in Form eines niedrigen Lizenzbetrags – wurde getrost ignoriert. Das Feuerwerks-Foto ist weiter auf Facebook im entsprechenden Post online und auch auf der Website (wenn auch nur als Deeplink, aber eben öffentlich zugänglich).

Da ich sicher Besseres zu tun habe, bin ich erst im Mai dazu gekommen, mich wieder mit der potentiellen Kundin zu beschäftigen. Dieses Mal habe ich allerdings nicht so ganz nett geschrieben und zudem zur Unterlassung aufgefordert. Der Brief wurde nachweislich zugestellt. Und? Wieder nix! Keine Reaktion auf die schlussendliche Abmahnung!

Ich „musste“ nun Klage vor dem Amtsgericht Bochum einreichen. Dann bin ich also der böse Abmahner und böse Abzocker? Mitnichten. Ich wollte mit gütig einigen. Zu einem moderaten Lizenzvertrag. Und: schließlich hat das Amtsgericht Bochum bisher in den wenigen Klagen zu meinen Gunsten bzw. zu Schadensersatzzahlungen entschieden. Und nicht „In dubio pro reo“, also „Im Zweifel für den Angeklagten“, etwa weil laut nach Abzocke geschrien oder „Creative Commons – Fotos haben doch keinen Wert“ propagiert wird. Fotoklau ist scheinbar zu einem Volkssport geworden, besser gesagt Unternehmenssport – wenn man mal die nicht-gewerblich handelnden Fotodiebe außer Acht lässt.

Eines darf man aber auch nicht vergessen: die Zahl derer, die Fotos rechtmäßig, lizenzkonform mit Urhebernennung nutzen, übersteigt allerdings deutlich die Zahl der Fotodiebe. Ich hoffe, das bleibt auch so.

Ausreden eines Fotodiebs, Teil 1

Dass das Internet Neuland ist, ist auch schon wieder ein alter Hut. Aber gerade für Webdesigner, für sogenannte Full-Service-Web-Agenturen, für Bauunternehmer oder Ärze, die die eigene Homepage selbst pflegen, aber auch für Rechtsanwälte sollte das Internet, und gerade auch das deutsche Urheberrechtsgesetz, dass im September 2015 ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben wird, eben kein Neuland sein.

Leider ist Fotodiebstahl immer noch an der Tagesordnung. Einfach mal durch die Google-Bildersuche oder Wikipedia gesurft, rechte Maustaste geklickt, „Speichern unter …“ gewählt, geklautes Foto in den eigenen Webauftritt geladen, Urhebernennung vergessen unterlassen (woher soll man auch wissen, wer der Urheber ist?) und fertig ist – theoretisch – die Urheberrechtsverletzung mit Schadensersatzanspruch und – theoretisch – auch der Straftatbestand.

Wird man dann irgendwann erwischt, sind viele viele Ausreden nicht weit. Fotografen kommt immer wieder folgende Aussage unter:

Ich kann ja nichts dafür. Mein Auszubildender / mein Praktikant hat Ihr Foto irgendwoher genommen. Und der ist schon lange nicht mehr im Unternehmen. Tut mir leid.

„Ich kann ja nichts dafür“ wird mit Blick in das entsprechende Webseiten –  Impressum sicher nicht haltbar sein. Ebenso für den Geschäftsführer. Denn dieser haftet nach einer Entscheidung des OLG Köln (Urteil v. 05.12.2014 – Az.: 6 U 57/14) für die Urheberrechsverletzungen seiner (ehemaligen) Mitarbeiter.

Urheberrechtsverletzungen kann man mit vielen, einfachen Mitteln verhindern: einfach mal beim Fotografen nachfragen oder einfach mal Lizenzbedingungen lesen oder … oder … oder Fotos selbst erstellen.

Tag der Bundeswehr 2015 am 13. Juni

Soldatin mit Gewehr G36 in der Grundausbildung bei der Bundeswehr (Foto 11479)
Foto: Soldatin mit Gewehr G36 in der Grundausbildung bei der Bundeswehr, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Am 13. Juni schon etwas vor? Deutschlandweit lädt die Bundeswehr an vielen Standorten zum „Tag der Bundeswehr“ ein. 60 Jahre Bundeswehr und 25 Jahre Streitkräfte-Einheit seien die Anlässe, so die Pressemeldung, um in den Dialog mit den Bürgern zu treten und für die Attraktivität und Familienfreundlichkeit zu werben.

Viel interessanter für Fotografen: die zahlreichen Vorführungen in Bischofswiesen, Bonn, Burg, Eckernförde, Flensburg, Fritzlar, Hannover, Koblenz, Laupheim, Leipzig, Manching, Nörvenich, Rostock, Storkow und Wilhelmshaven. Ich für meinen Teil werde voraussichtlich beim Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar fotografieren, hier sind Flugvorführungen mit dem TIGER, dem NH 90, der Bell UH-1D und der BO-105 geplant (Division Schnelle Kräfte (DSK)).

Gregor Gysi und das Urheberrecht

Foto: Dirk Vorderstraße
Foto: Dirk Vorderstraße

Über Gregor Gysi mag man politisch denken, was man will. Schlagfertig ist er jedenfalls, auch auf Facebook. Gregor Gysi stichelt auf Facebook gegen Merkel und die Bundesregierung. Ein SPDler meldet sich daraufhin zu Wort – und wird von Gysi mit einem Bild schlagfertig ausgebootet.

Mit dem Urheberrecht nimmt er es dabei allerdings nicht so genau. Zwar nutzt die LINKS-Fraktion das Bild ebenfalls, es ist allerdings fraglich, ob in diesem Zusammenhang das Bild auch auf Facebook gepostet werden durfte.

Denn immerhin nimmt sich Facebook so einige Rechte raus: Für Inhalte wie Fotos und Videos, die unter die Rechte am geistigen Eigentum fallen (sog. „IP-Inhalte“), erteilst du uns durch deine Privatsphäre- und App-Einstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz zur Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“).


Wenigstens die erforderliche Urhebernennung nach §13 UrhG hätte Herr Gysi vornehmen können: Foto: REUTERS/SANA .

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