Die Fotodiebe der BILD-Zeitung

Abmahnung
Foto: Abmahnung, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

So langsam verstehe ich auch, warum einige Konzert- oder Comedy-Veranstalter im Vorfeld eine zumindest mündliche Bestätigung verlagen, dass keine meiner geschossenen Fotos an die Boulevard-Zeitung mit den vier großen Buchstaben verkauft werden. Nicht nur der Ruf ist entscheident!

Doch was tut man, wenn man offiziell keine Fotos bekommt? Und selbst keine machen kann oder gemacht hat? Bei anderen klauen.

So geschehen beim FC-Köln-Fanclub „Rote Böcke“! Es handelte sich um ein Foto eines Banners im Stadion, welches mit einem Smiley endete – welches also scheinbar erst einmal nicht ganz ernst zu nehmen war. Also: zack das Foto zugeschnitten, Smiley weg –  so passt dass Foto besser zur Titel-Story.

Der Fanclub ging – vermutlich im Gegensatz zu vielen anderen von Foto-Diebstahl betroffenen – mit entsprechender anwaltlicher Hilfe gegen die Veröffentlichung vor. Mit Erfolg wie sich zeigte, Unterlassungserklärung und Schadensersatz folgten.

Ich kann weiter nur jedem (Fotografen) empfehlen, gegen Foto- und Content-Diebstahl entsprechend juristisch vorzugehen. Schließlich sind Fotografen-Webseiten kein Selbstbedienungsladen.

Abmahnung für Dirk Vorderstraße – ich wurde abgemahnt [Update]

Abmahnung
Foto: Abmahnung, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Anfang März wurde ich abgemahnt. Dazu gibt es nun gute Neuigkeiten und ich bin meinen treuen Lesern ein Update schuldig.

Der Anwalt des Anwalts scheint mittlerweile zu schweigen, denn der ach so gebetroffene Anwalt selbst hat sich nun höchstpersönlich erbarmt, die aus meiner Sicht völlig unberechtigte Abmahnung zurückzuziehen.

Da frage ich mich, woher dieser Sinneswandel des nach meiner Erfahrung zu jeder Schandtat bereiten Anwalts kommt?! Kalte Füße aufgrund meiner Schutzschrift bekommen? Einstweilige Verfügung beantragt und nicht erhalten? Vielleicht auch nur endlich ein klarer Kopf!

Abmahnung für Dirk Vorderstraße – ich wurde abgemahnt

Abmahnung
Foto: Abmahnung, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Momentan ist etwas stiller in meinem Blog. Das liegt zum einen am Nachwuchs in der Familie, zum anderen arbeite ich gerade verstärkt am kompletten Redesign und Neuaufritt des Fotopools.

Doch heute erwartete mein Fax-Gerät Böses. Eine Abmahnung. Eines Anwalts für einen Anwalt. Ich hätte eine unwahre Tatsachenbehauptung in diesem Blog aufgestellt, Rufschädigung, üble Nachrede, bla bla bla.

Bla, bla, bla? Ich nehme die Abmahnung nicht auf die leichte Schulter. Jede Abmahnung sollte ernst genommen werden. Doch halt: wie kann ich unwahre Tatsachenbehauptungen aufstellen und übel nachreden, wenn die Person gar nicht namentlich genannt oder sonstwie erkennbar gemacht wurde? Und erst recht gar nicht gemeint war. Und vermutlich ist sie auch nicht mit Sonderwissen erkennbar.

Allein schon aufgrund von formalen Schwächen wie den Datumsangaben in der Abmahnung sollte ich sie eigentlich links lassen. Kurzfristig habe ich mich allerdings dazu entschlossen, mit einer minimalen, aufklärenden einseitigen Schutzschrift darauf zu reagieren,  um eine Einstweilige Verfügung zu verhindern. Denn Schutzschriften können seit 2016 endlich zentral für alle Gerichte hinterlegt werden und müssen nicht aufgrund des sogenannten fliegenden Gerichtsstands bei Internetdelikten bei allen infrage kommenden Gerichten eingereicht werden. Man weiß ja nie, wie ein Gericht möglicherweise auf einen Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung reagiert. Das weiß ich selbst aus leidiger Erfahrung.

Fazit: Manche Leute wünschen sich einfach nur gerne Aufmerksamkeit. Dass man über sie gar nicht (mehr) spricht, merken sie scheinbar selbst nicht.

Wer gegen das Urheberrecht verstößt …

Hamm aus der Luft
Foto: Hamm aus der Luft, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Da lese ich gerade bei einem Fotografenkollegen – spezialisiert auf Luftbilder – doch Folgendes im Impressum:

Die Urheberrechte Dritter werden ebenfalls beachtet, insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir die entsprechenden Inhalte umgehend entfernen.

Diesen ersten Absatz dürfte jeder kennen, möchte man doch tunlichst Abmahnungen vermeiden und auf eine nette E-Mail oder einen netten Brief, ganz ohne Anwalt, hoffen. Der zweite Absatz macht das Impressum aber nun wirklich interessant:

Wer gegen das Urheberrecht verstößt (z.B. die Inhalte unerlaubt auf die eigene Homepage kopiert), macht sich gem. § 106 ff Urhebergesetz strafbar. Er wird zudem kostenpflichtig abgemahnt und muss Schadensersatz leisten. Kopien von Inhalten können im Internet ohne großen Aufwand verfolgt werden.

Wird abgemahnt. Moment? Wird abgemahnt? Also was möchte mir der Kollege damit sagen? Bitte bitte bei eigenen Rechtsverletzungen einen kleinen Hinweis geben. Aber klaust du stattdessen meine eigenen Inhalte (vermutlich Fotos), dann wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen, du wirst auf jeden Fall abgemahnt – und wohl auch angezeigt. Klasse Sache. Fast so gut wie Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt 🙂 . Und auch das Urhebergesetz ist mir neu, vielleicht meinte er das Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz).

Wenn netter Brief und Abmahnung nicht helfen … hilft das Amtsgericht Bochum

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Foto: Feuerwerk Kurparkfest 2009 Hamm, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Anfang Juni berichtete ich von der Sturheit eines Profi-Reitstalls. Mein Creative-Commons-Foto ohne Einhaltung der Lizenzbedingungen geklaut, ebenso die Urhebernennung nicht vorgenommen, auf zwei nette Anschreiben meinerseits nicht reagiert. Und wie sollte es anders kommen: auf die folgende Klage vor dem Amtsgericht Bochum ebenfalls nicht reagiert.

Eigentlich kaum zu glauben. Nur liegt mir nun das Versäumnisurteil des Amtsgerichtes Bochum vor, das meinen Anträgen zu Unterlassung und Schadensersatz in vollem Umfang entsprochen hat.

Jetzt frage ich mich natürlich: folgt denn eine Reaktion auf das Urteil? Ich bin gespannt.

Urteil des Amtsgerichtes Bochum Seite 1
Urteil des Amtsgerichtes Bochum Seite 1
Urteil des Amtsgerichtes Bochum Seite 2
Urteil des Amtsgerichtes Bochum Seite 2

Starfotograf Guido Karp zum Volkssport Fotodiebstahl

Sportfotografen
Foto: Sportfotografen, Urheber: Dirk Vorderstraße

Wer kennt Fotograf Guido Karp nicht. Er zählt sich selbst zu den meist beklauten Fotografen und moniert im Interview mit der Kanzlei gulden röttger rechtsanwälte GbR meiner Meinung nach zu Recht die zu milden Strafen und die „Mengenrabatte“ für Fotodiebstahl in Deutschland. Dabei reagiert er auf Fotoklau genauso wie ich:

Angemessen freundlich, mit einer Nachfrage.

Leider schallt es selbst bei ihm öfter anders und voller Unverständnis zurück. Dabei weiß doch jedes Kind: ich darf nur das benutzen, was mir gehört.

Übrigens hat sich Guido Karp bereits früher schon öffentlich zum Thema Bilderklau geäußert: Kommentar zu Facebook Abmahnung für Bildnutzung auf privatem Facebook-Profil – 1 Bild = 2.000 € Schadensersatz!

Fragt doch … statt zu klauen – Mit Anstand und Respekt ans Ziel

Filesharing-Abmahnung
Foto: Filesharing-Abmahnung, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Über Ausreden von Fotodieben habe ich schon vielfach berichtet – und ich bin leider noch lange nicht am Ende.

Gordon Seipold trifft in seinem Blog den Nagel auf den Kopf: Fragt doch … anstatt zu klauen! Seine Erfahrungen zum Content-Klau (nicht nur Fotodiebstahl) sind lesenswert, insbesondere auch die Reaktionen auf Abmahnungen und einfachere Anschreiben.

Mit dieser Aussage spricht er mir aus der Seele:

Muss ich ernsthaft die Situation des Gegenübers berücksichtigen und – obwohl ich beklaut wurde – dafür Verständnis aufbringen und nachsichtig sein? […] Mich in einer solchen Situation mitverantwortlich für das eigene Fehlverhalten zu machen, ist respektlos.

Das lasse ich jetzt mal so stehen und empfehle nochmals seinen Artikel.

Ausreden eines Fotodiebs, Teil 3

 Autobahn, Kamener Kreuz, Rush Hour
Foto: Autobahn, Kamener Kreuz, Rush Hour, Urheber: Dirk Vorderstraße

Da staunt der Chef. Über ungebetene Post, von einem Fotografen oder einem Anwalt. Warum? Das ist leicht erklärt. Viele beauftragen – verständlicherweise – Profis für die Erstellung der eigenen Unternehmens-Website oder auch der eigenen Facebook-Präsenz. Leider achten auch die Profis nicht immer darauf, woher die Fotos zur Aufhübschung der Website stammen.

Nein. Warum sollte ich für diese Urheberrechtsverletzung haften? Meine Agentur hat das Foto doch dort reinprogrammiert.

ist dann die häufige Antwort. Nur: wer im Impressum steht, haftet auch für den Inhalt der Website. Im Regelfall. Ausnahmen gibt es aber nur wenige. Wenn überhaupt zum Content Vereinbarungen getroffen wurden. Eine gute FAQ-Liste dazu bietet Rechtsanwalt Niklas Plutte auf seiner Kanzlei-Homepage.

Jeder, der die Erstellung einer Website aus der Hand gibt, sollte also genau hinschauen, woher welche Fotos stammen. Denn die Rechtekette muss stets bis zum Urheber zurückverfolgt werden, um nicht die eigene Sorgfaltspflicht zu verletzen.

Ausreden eines Fotodiebs, Teil 2

Boa Constrictor in der Hose
Foto: Boa Constrictor in der Hose, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Fotodiebstahl zieht sich weiter durch alle Massen. Selbst große Freizeitparks machen nicht davor halt, ihren eigenen Online-Shop mit meinen Creative-Commons- und Nicht-Creative-Commons-Fotos aufzuhübschen. Keine Frage – selbstverständlich ohne Urhebernennung. Und richtig gelesen – gleich mehrere Fotos geklaut, genauergesagt zwei.

Mein lieber, netter Brief wurde dann auch direkt von einer Großkanzlei mit über zwei Dutzend Fachanwälten aus einer norddeutschen Landeshauptstadt beantwortet, Unterlassungserklärung und Beschimpfung inklusive.

Antwort einer Großkanzlei zum Fotoklau
Antwort einer Großkanzlei zum Fotoklau
Antwort einer Großkanzlei zum Fotoklau

Wie kam es zum doppelten Fotodiebstahl? Das weiß wieder mal niemand. War es wieder mal der Praktikant oder Azubi?

Wie es dazu kam, dass eben diese Bilder ausgewählt wurden, wird unsere Mandantin intern recherchieren.

Starker Tobak. Also hat mal wieder jemand einfach bei Google zugegriffen. Das wäre die ehrlichere Antwort gewesen. Besser wäre:

Danke, dass Sie uns darauf hinweisen. Wir werden in Zukunft unsere internen Abläufe optimieren, damit derartige Urheberrechtsverletzungen sich nicht wiederholen.

Und sonst? Warum sollte meine Abmahnpraxis Rechtsmissbrauch sein? Warum soll ich als Fotograf und Urheber auf meine Rechte verzichten? Hier zeigt sich einmal wieder, dass Fotografen die angeblichen „bösen Abmahner“ sind und die Fotodiebe ungescholten davon kommen (wollen). Fotodiebstahl ist keine Lappalie, kein Kavaliersdelikt. Denn schließlich gibt es ja auch noch den §106 UrhG. Das sollte auch der Herr Dr. Rechtsanwalt als Fachanwalt für IT-Recht sowie Urheber- und Medienrecht wissen, der die Antwort verfasst hat. Der hat sicher lieber nach dem bösen Abmahner gegoogelt statt sich mit der Rechtslage zu beschäftigen.

Auch wenn es eben im Antwortschreiben nicht so aussieht: zu Recht wurde ein dreistelliger Schadensersatzbetrag zur Erledigung der Sache angeboten.  Vor Gericht wäre sicher mehr drin gewesen.

Hinweis: das Foto am Anfang des Beitrags hat mit diesem Fotodiebstahl nichts zu tun und ist rein zur Illustration gedacht.

Beim ZDF arbeiten auch nette Kollegen

Foto: Ursula von der Leyen mit Baby und Bundeswehrsoldat während ihrer Sommerreise, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0
Foto: Ursula von der Leyen mit Baby und Bundeswehrsoldat während ihrer Sommerreise, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Da werden Erinnerungen an Jan Böhmermann wach. Genau. Das ist der ZDF-Möchtegern-Komiker ohne Webseiten-Impressum, der im Januar 2015 abgemahnt wurde, weil er ein Foto vom Fotografen Simon Lange Martin Langer auf Twitter postete.

Ähnlich erging es mir vor einigen Tagen: ein bekannter Journalist eines bekannten ZDF-Magazins postete im März 2015 mein Foto von Ursula von der Leyen’s Sommerreise 2014 auf Twitter. Ohne Urhebernennung und ohne Einhaltung der Lizenzbedingungen. Auf der im Tweet verlinkten Website waren Foto und die notwendigen Angaben ebenfalls nicht vorhanden.

Abmahnung schreiben? Kommt für mich im ersten Schritt nicht infrage. Ein kleiner Appell an die Journalistenehre des Kollegen via kurzem Brief und E-Mail sollte es sein – der dann auch umgehend half. Viel Verständnis, kleine finanzielle Entschädigung inklusive und vielleicht ab und zu Rückgriff auf mein Foto-Portfolio. Es geht auch anders, Herr Langer und Herr Böhmermann.

Hinweis: es handelte sich nicht um das oben abgebildete Foto.