Creative-Commons-Fotos in Microsofts Office-Paketen

Eines vorweg: ich selbst nutze Microsofts Office-Pakete schon lange nicht mehr, stattdessen setze ich auf das kostenfreie LibreOffice. Daher ist eine neue Funktion bzw. Entwicklung von Microsoft scheinbar an mir vorbeigegangen: die Funktion Onlinegrafiken.

Früher – man denke an Office 97 und Zeiten ohne Internet-Verbindung – war die Clip-Art-Galerie im Office-Paket von Microsoft eine tolle Sache. Jeder kannte die niedlichen Grafiken, die fast jede Präsentation oder jeden Flyer schmückten. Und die später dank endloser Wiederholungen auch jeden langweilten.

Onlinesuche nach Bildern oder ClipArt
Onlinesuche nach Bildern oder ClipArt

Mittlerweile bedient sich Microsoft seiner hauseigenen Bing-Suchmaschine, um Onlinegrafiken einzufügen. Und damit beginnen auch die rechtlichen Probleme. Schließlich hat Microsoft die Grafiken bzw. Bilder mit seiner Suchmaschine zwar indiziert, aber nicht selbst lizenziert. Microsoft schreibt dazu in der Office-Online-Hilfe:

Die Filter der Bing-Bildersuche basieren auf dem angesehenen Creative Commons-Lizenzsystem. Informationen zum besseren Verständnis der Lizenzierungsoptionen finden Sie unter Filtern von Bildern nach Lizenztyp. Denken Sie daran: Sie sind für die Einhaltung der Eigentumsrechte (einschließlich der Urheberrechte) anderer Personen verantwortlich.

Office Word 2013 - Onlinegrafiken einfügen
Office Word 2013 – Onlinegrafiken einfügen

Auch im Office-Produkt selbst, egal ob Word oder auch Powerpoint, warnt Microsoft vor dem Einfügen quasi, dass man sich im Vorfeld über die Lizenzbedingungen informieren muss – wie sonst bei jeder anderen Fotoverwendung natürlich auch. Sie kennen das Stichwort: Rechtekette. Der Hinweis ist sehr eindeutig platziert und nicht zu überlesen:

Die Suchergebnisse enthalten Bildmaterial, das unter Creative Commons lizenziert ist. Lesen Sie die spezifische Lizenz für jedes Bild, das Sie verwenden möchten, um sicherzustellen, dass Sie die dargelegten Bedingungen erfüllen können.

Leider werden die Fotos oder Grafiken ohne weitere Hinweise in die Dokumente eingefügt. So ist zum Beispiel die Quell-URL später nicht mehr erkennbar. Die notwendingen Lizenzangaben und die Urheberkennzeichnung müssen (!) zusätzlich manuell vorgenommen werden.

Weihnachtspost = Weihnachtsgeld

Weihnachtspost
Weihnachtspost

Heute erhielt ich erfreuliche Weihnachtspost. Erfreulich deshalb, weil ich endlich zahlen durfte. Moment. Ja, richtig gelesen. Aber der Reihe nach.

Amtsgericht Bochum: Creative-Commons-Fotos haben einen Wert titelte ich vor einiger Zeit. In einem von mir angestrengten Rechtsstreit vor dem Amtsgericht Bochum gegen eine professionelle Tierzüchterin ging es um mein Feuerwerksfoto, welches sie zum Jahreswechsel 2014/2015 rechtswidrig nutzte. Aufgrund eines Verfahrensfehlers Flüchtigkeitsfehlers von mir – ich bin schließlich Fotograf und kein Rechtsanwalt – musste ich aufgrund des Streitwerts und der Kosten-Quotelung einen nicht geringen Teil der gegnerischen Anwaltskosten selbst übernehmen. Somit waren die Kosten etwas höher als der mir zugesprochene Schadensersatz.

Soweit verstanden? Gut! Nun zum interessanteren Teil. Nach dem Kostenfestsetzungsbeschluss vom Amtsgericht Bochum Ende November wollte musste ich nun zügig mein Geld loswerden – schließlich ist dieser auch vollstreckbar. Also schrieb ich den allseits beliebten Rechtsanwalt der Gegenseite an, wohin ich denn überweisen soll. Mir war zwar seine Bankverbindung bekannt, allerdings wußte ich aus zuverlässiger Quelle, dass er aktuell seine Kanzlei seinen Wohnsitz nach Köln verlagert – da dachte ich: da wird sich vermutlich auch seine Bankverbindung ändern. Zudem lag mir bisher keine Information zur Geldempfangsvollmacht vor. Die Bankverbindung der Tierzüchterin hatte ich ebenfalls nicht.

Und was passierte trotz Einwurfeinschreiben? Nichts. Keine Antwort. Vermutlich war der gegnerische Anwalt noch mit seinem Umzug oder mit dem Kammergericht Berlin ausgelastet. Komisch, denn nach §11 Berufsordnung Rechtsanwälte (BORA) müsste er  ohne schuldhaftes Zögern handeln.

Der Mandant ist über alle für den Fortgang der Sache wesentlichen Vorgänge und Maßnahmen unverzüglich zu unterrichten. Ihm ist insbesondere von allen wesentlichen erhaltenen oder versandten Schriftstücken Kenntnis zu geben.

Da kommt mir wieder – wie ich bereits schrieb – die Frage des Richters während der Verhandlung in den Sinn:

Dass die Verhandlung – zum Unmut des vorsitzenden Richters – überhaupt angesetzt werden musste und auch noch gut eine Stunde dauerte, lag dann auch am gegnerischen Prozessbevollmächtigten, der sich dazu die Frage des Gerichts gefallen lassen musste, ob er denn diesen Prozess für sich führe oder im Sinne der Beklagten.

Nach rund 14 Tagen ohne Reaktion wurde es mir dann zu bunt – ich schrieb die Gegnerin direkt an. Schließlich gilt das anwaltliche Umgehungsverbot nach §12 BORA nicht für mich … Siehe da, ihre Bankverbindung teilte sie mir heute mit, Zinsen ausgerechnet, überwiesen. Frohe Weihnachten.

Backup: Smartphone-Fotos sichern

Batch-Script
Batch-Script

Mal eben ein Foto mit dem Smartphone geschossen. Und noch mal. Und wieder eines. Heutzutage hat fast jeder ein Smartphone und jedes Smartphone eine gescheite und vor allem hochauflösende Kamera. Das Smartphone ist schnell zur Hand und immer dabei. Klar, ist ja auch kompakter als die komplette DSLR-Ausrüstung. Und die Video-Qualität beispielsweise zu Reportage-Zwecken grandios.

Spätestens wenn bei Dateigrößen jenseits der 5 MB der interne Speicher voll ist oder eine neue microSD-Karte her muss, stellte zumindest ich mir lange die Frage: wie sicherst du eigentlich deine (wichtigen) Smartphone-Fotos? Als iPhone 6 – Nutzer („Nein ich habe kein Handy, ich habe ein iPhone“) nutzt man normalerweise iTunes zur Sicherung der gespeicherten Smartphone-Daten. Per angeschlossenem Lightning-USB-Kabel hat man zudem Zugriff auf den Foto- und Video-Speicherbereich des iPhone 6. Der Haken: mein iPhone hängt kaum am Server bzw. PC. Und mit dem iTunes-Backup habe ich auch nicht wirklich direkten Zugriff auf die geschossenen Fotos und Videos.

Seit rund zwei Jahren nutze ich für regelmäßige Foto-Backups von iPhone und Android-Smartphone folgende, einfache, selbstgestrickte Lösung unter Windows (!). Sie benötigen lediglich einen kostenlosen Dropbox-Account mit 2 GB-Basis-Speicherplatz und ein selbst erstelltes Windows-Batch-Script.

Dropbox-App
Dropbox-App

Installieren Sie Dropbox auf Ihrem Smartphone und auf Ihrem Windows-PC. Auf Ihrem Smartphone konfigurieren Sie die Dropbox-App für den automatischen Kamera-Upload im Hintergrund. Alle neu geschossenen Fotos und Videos werden somit in Ihren Dropbox-Account geladen.

Ich empfehle natürlich, den Upload nur im WLAN vorzunehmen, um mobiles Datenvolumen einzusparen. Aber entscheiden Sie selbst.

Auf Ihrem Windows-PC legen Sie nun eine neue Batch-Datei an. Am einfachsten mit dem Windows-Notepad/Editor als Textdatei.

Wichtig ist, dass die Dateiendung auf .bat endet. Zur Not müssen Sie zuerst Windows bzw. den Explorer so konfiguieren, dass bekannte Dateiendungen eingeblendet werden.

Die Batch-Datei muss folgenden Inhalt haben:

Batch-Datei
Batch-Datei

robocopy C:\Dropbox\Kamera-Uploads C:\Backup\Smartphone /E
del /Q C:\Dropbox\Kamera-Uploads\*.*

Mit der ersten Zeile werden alle Dateien, also Fotos und Videos, aus Ihrem Dropbox-Kamera-Upload-Ordner in Ihren Backup-Ordner inklusive Unterordner kopiert. Die zweite Zeile veranlasst, dass ohne Nachfrage alle Dateien aus dem Dropbox-Kamera-Upload-Ordner wieder gelöscht werden – und damit auch aus der Cloud. So reicht im Regelfall auch der 2GB-Basis-Dropbox-Account.

Gegebenenfalls müssen Sie die Pfade Ihren Wünschen bzw. dem Installationsort von Dropbox anpassen.

Mit jedem Doppelklick auf die gespeicherte Batch-Datei (gerne auch über den Taskplaner automatisiert) werden somit alle Fotos und Videos gesichert (sofern die Dropbox-App auf dem Smartphone schon alles in die Cloud geladen hat und der PC synchronisiert ist).

Für noch einfachere Lösungen bin ich natürlich offen.

Hinweis: alle Beschreibungen sind ohne Gewähr. Keine Haftung für Datenverlust 🙂

 

Wenn netter Brief, Abmahnung und Gerichtsurteil nicht helfen … hilft der Gerichtsvollzieher

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Foto: Feuerwerk Kurparkfest 2009 Hamm, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Ich berichtete bereits mehrfach über die Sturheit eines Profi-Reitstalls. Netter Brief, Abmahnung, Versäumnisurteil – und nun der Gerichtsvollzieher.

Anfang November 2015 erging das Versäumnisurteil mit entsprechendem Schadensersatz-Zuspruch aufgrund der Nutzung meines nebenstehenden Creative-Commons-Feuerwerk-Fotos. Auf meinen neuerlichen Brief mit Zahlungsfrist unter Hinweis auf das vorläufig vollstreckbare Urteil wurde – genau – wieder nicht reagiert. Keine Antwort – kein Anruf, kein Brief, nichts.

Schreiben des Gerichtsvollziehers
Schreiben des Gerichtsvollziehers

Es blieb mir also nichts anderes übrig, als über die entsprechende Gerichtsvollzieherverteilstelle des zuständigen Amtsgerichts einen Vollstreckungsauftrag zu erteilen. Das Ergebnis lies – mit vorerst positivem Ausgang – nicht lange auf sich warten.

Erst recht interessant wird es allerdings mit Blick auf die Facebook-Seite des Reitstalls. Zahlung von Schadensersatz ist nur die eine Hälfte des Urteils, der Unterlassungsanspruch gem. §97 UrhG wurde mir selbstverständlich auch zugesprochen. Und mein Foto wird weiterhin öffentlich zugänglich gemacht. Obwohl es im Urteil heißt:

[…]die Beklagte wird verurteilt[…]es bei Meidung eines für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 250.000,00 €, ersatzweise Ordnungshaft, oder der Ordnungshaft bis zu 6 Monaten, zu unterlassen, das Lichtbildwerk „Feuerwerk Kurparkfest 2009 Hamm“ des Klägers (Anlage 2 der Klageschrift) öffentlich zugänglich zu machen.[…]

Da gerade unsere zweite Tochter zur Welt gekommen ist, habe ich momentan schönere und wichtigere Dinge zu tun, als mich noch in diesem Jahr um so etwas zu kümmern.