Urheberrecht – das unbekannte Wesen, Dieblink Teil 1

Deeplink
Foto: Deeplink, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

In der Kategorie Dieblink – nicht zu verwechseln mit dem Deeplink – veröffentliche ich in unregelmäßigen Abständen Links zu interessanten Artikeln zum Thema Fotodiebstahl.

Der heutige Hinweis auf einen Beitrag von BasicThinkingChefredakteur Tobias Giller unter dem Titel „Das Sportwagen-Grüne-Bild: Ein unbekanntes Wesen namens Urheberrecht“ handelt von einem von Tobias selbst geschossenem Foto, das auch nach Jahren gegen seinen Willen fleissig weiter im Netz verbreitet wird. Und das man scheinbar als Fotograf und Urheber immer stets der Dumme ist und sich für alles und jeden rechtfertigen muss. Sehr lesenswert.

Dirk Vorderstraße spendet an Rolli-Rockers-Sprösslinge e.V.

Baby-Mobile aus Holz
Foto: Spende, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Heute wurde ich auf einen Beitrag des WDR aufmerksam, der an Dreistigkeit, Betrug und Abzocke gar nicht zu überbieten ist. Aktuell wird vor einem falschen WDR-Mitarbeiter gewarnt, der sich mit Tricksereien Bargeld erschwindelt (hat). So geschehen auch beim Mülheimer Verein Rolli-Rockers-Sprösslinge e.V.. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, sozialschwachen, erkrankten und behinderten Kindern in der Region zu helfen und zu unterstützen. Mit viel Integrations- und Behindertenarbeit auch da, wo andere oder gesetzliche Kostenträger an ihre Grenzen stoßen.

Ich spende jedes Jahr einen Teil meines Gewinns als Fotograf an gemeinnützige Organisationen oder Vereine, normalerweise in Hamm ansässige. In diesem Jahr geht meine Spende allerdings ins Ruhrgebiet an Rolli-Rockers-Sprösslinge e.V., die damit den finanziellen Verlust durch die dreiste Abzocke ausgleichen können (auch wenn der Vorsitzende schon privat in die Bresche gesprungen ist).

Portrait-Fotograf, Fotografen-Portrait

Melanie Müller
Foto: Melanie Müller, Urheber: Dirk Vorderstraße

Der erste Eindruck zählt. Beim Fotografen. Und bei der Person, die portraitiert werden soll. Oder doch nicht?

Was, wenn man mehr Details über die betreffende Person weiß? Wird sie dann anders in Szene gesetzt? In einem von Canon (ja, ich bin ein Nikon-Fan!) veröffentlichten Experiment, in dem verschiedene Fotografen über ein und die selbe Person unterschiedliche Hintergrundinformationen hatten (Alkoholiker, Millionär, …), gab es interessante Ergebnisse. Mehr möchte ich nicht verraten und lieber auf den Blogbeitrag von Markus Schelhorn hinweisen.

Heißt für mich: immer auch eine Spur unvoreingenommen herangehen.

DDoS-Attacke auf vorderstrasse.de

Gigabit LAN Netzwerk Switch (Foto 10451)
Foto: Gigabit LAN Netzwerk Switch, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Eine Distributed Denial of Service-Attacke – kurz DDoS-Attacke – gegen eine Website ist nicht gerade die feine englische Art. Laienhaft dargestellt wird etwa mithilfe von Botnetzen (mit Viren und Trojanern infizierten Personal-Computern in aller Welt) versucht, durch tausend- oder millionenfachen Aufruf einer bestimmten Website den dahinterstehenden Server in die Knie zu zwingen. Die Website ist dadurch quasi nicht mehr erreichbar, die Last ist zu hoch. Potentielle Kunden könnten beispielsweise in einem Online-Shop nicht mehr bestellen.

Durch die Aufteilung des Angriffs auf viele einzelne Rechner in der ganzen Welt ist eine Blockade bzw. eine Abwehr so gut wie unmöglich (z.B. durch IP-Sperren). Denn hinter den Aufrufen könnten ja auch echte User bzw. echte Kunden stehen. Und die will man ja nicht aussperren.

Vor einem Jahr, im November 2014, wurde ich selbst mit der Domain vorderstrasse.de Opfer so eines Angriffs. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich in Dänemark, konnte aber dennoch schnell reagieren. Mein Server-Betreiber nahm die Seite sofort vom Netz, damit seine anderen Kunden nicht ebenfalls darunter leiden mussten. Innerhalb von 4 Stunden und 11 Minuten wurde 5,75 Millionen mal (!) versucht, die Domain bzw. Website vorderstrasse.de aufzurufen. Mithilfe des Apache-Mods GeoIP wurden als zweite Sofortmaßnahme nur noch Zugriffe aus deutschsprachigen Ländern, also aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, zugelassen (die Angriffe kamen lt. IPs hauptsächlich aus den skandinavischen Ländern und dem Nahen Osten). Meine Seite war dann wenigstens halbwegs wieder erreichbar, wenn auch aufgrund der GeoIP-Berechnungen sehr langsam.

Nach 48 Stunden wurden über 1000 Aufrufversuche pro Sekunde gezählt, so dass ich mich dazu entschieden habe – u.a mithilfe der Google Webmastertools – meine Haupt-Website auf dirk-vorderstrasse.de umzuziehen. Erst nach rund 2 1/2 Wochen flaute der Angriff ab.

Bei so einer aufgezogenen Attacke ist es so gut wie ausgeschlossen, den Verursacher festzustellen. Wenn ich nicht durch Zufall in einem Datenschutz- und Netzpolitik-Blog ein Interview mit dazugehörigen Kommentaren gelesen hätte, dass ein Piratenpartei-Mitglied jemand eine DDoS-Attacke auf seine eigene Website auf die Domain vorderstrasse.de aktiv weiter- bzw. umleitet. Zum eigenen Schutz? Werde ich wohl nie erfahren. Auf jeden Fall brüstete er sich öffentlich damit.

Was dann folgte, war eine Strafanzeige meinerseits. Denn ein DDoS-Angriff – und natürlich auch die mutwillige Umleitung – ist gemäß § 303b Strafgesetzbuch (StGB) als Computersabotage strafbar (drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, Versuch auch strafbar). Hier galt es allerdings einige Hürden zu überwinden, denn der Beschuldigte war zunächst zur Fahndung ausgeschrieben. Und mittlerweile seit August 2015 insolvent und (vermutlich) anderweitig entsprechend verurteilt. Aber lest selbst:

Strafanzeige DDoS (Fahndung)
Strafanzeige DDoS (Fahndung)
Strafanzeige DDoS (voräufiges Ergebnis)
Strafanzeige DDoS (voräufiges Ergebnis)

Übrigens: von meiner Seite gab es bis dato keine Berührungspunkte mit dem Beschuldigten. Will sagen: kein Kunde, kein Fotograf, kein Fotodieb, kein … gar nichts!

Ausreden eines Fotodiebs, Teil 5

Absperrung am Flughafen
Foto: Absperrung am Flughafen, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Da wird der Hund in der Pfanne verrückt. Aber der Reihe nach.

Nehmen wir einen bekannten Schauspieler, häufig in einer Nebenrolle einer ARD-Krimireihe zu sehen. Nun erwische ich ihn quasi selbst zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren, dass er mein von ihm geschossenes Foto fleissig weiterverteilt – an Veranstalter seiner Lesungen.

Mal unabhängig von der Rechtslage müsste sich doch bereits nach der ersten Urheberrechtsverletzung der Veranstalter bei ihm gemeldet haben – ihm dürfte spätestens dann klar gewesen sein, was man eben nicht tut: Fotos einfach ohne Hinweis auf den Urheber und ohne Nachfrage weitergeben.

Denn es ist schon moralisch hart an der Grenze, den Veranstalter auf die Prüfung der Rechtekette hinzuweisen – wenn er das Foto von seinem Stargast gemailt bekommt und gutgläubig verwendet. Insofern eher keine Ausrede – aber auch keine Entschuldigung.

Wenn netter Brief und Abmahnung nicht helfen … hilft das Amtsgericht Bochum

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Foto: Feuerwerk Kurparkfest 2009 Hamm, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Anfang Juni berichtete ich von der Sturheit eines Profi-Reitstalls. Mein Creative-Commons-Foto ohne Einhaltung der Lizenzbedingungen geklaut, ebenso die Urhebernennung nicht vorgenommen, auf zwei nette Anschreiben meinerseits nicht reagiert. Und wie sollte es anders kommen: auf die folgende Klage vor dem Amtsgericht Bochum ebenfalls nicht reagiert.

Eigentlich kaum zu glauben. Nur liegt mir nun das Versäumnisurteil des Amtsgerichtes Bochum vor, das meinen Anträgen zu Unterlassung und Schadensersatz in vollem Umfang entsprochen hat.

Jetzt frage ich mich natürlich: folgt denn eine Reaktion auf das Urteil? Ich bin gespannt.

Urteil des Amtsgerichtes Bochum Seite 1
Urteil des Amtsgerichtes Bochum Seite 1
Urteil des Amtsgerichtes Bochum Seite 2
Urteil des Amtsgerichtes Bochum Seite 2