Wenn netter Brief und Abmahnung nicht helfen …

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Foto: Feuerwerk Kurparkfest 2009 Hamm, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

… hilft beim Fotoklau wohl nur eine Klage vor dem Amtsgericht Bochum. Auch wenn zwei vermutlich ehemalige Mitglieder der Piratenpartei Personen seit einiger Zeit behaupten, ich wäre ein böser Abmahner und böser Abzocker.

Aber stecke ich als Fotograf denn wirklich in der Zwickmühle? Was tun bei Urheberrechtsverletzungen, beim gewerblichen Diebstahl meines geistigen Eigentums? Direkt zum Abmahn-Anwalt laufen ist nun mal nicht mein Ding. Und genau das soll der falsche Weg sein? Soll ich über die paar Urheberrechtsverletzungen einfach hinwegsehen? Nein. Denn wir reden hier nicht von Privatleuten und auch nicht von Bloggern.

Und mal ehrlich: wenn man im Januar einen Profi-Reitstall, also einen mit Ausbildung, Zucht und Ferienmöglichkeiten für Kinder, mit Lizenzangebot anschreibt, weil seine Inhaberin ein Feuerwerks-Foto von mir ohne Urhebernennung auf der eigenen Webseite und dazu noch auf der dazugehörigen Facebook-Fanseite nutzt, rechnet man mit vielem: mit Unverständnis, mit Beschimpfungen und dergleichen. Denkste. Nichts passiert. Auch die Erinnerung im Februar – wohlgemerkt mit gleichem Lizenzangebot in Form eines niedrigen Lizenzbetrags – wurde getrost ignoriert. Das Feuerwerks-Foto ist weiter auf Facebook im entsprechenden Post online und auch auf der Website (wenn auch nur als Deeplink, aber eben öffentlich zugänglich).

Da ich sicher Besseres zu tun habe, bin ich erst im Mai dazu gekommen, mich wieder mit der potentiellen Kundin zu beschäftigen. Dieses Mal habe ich allerdings nicht so ganz nett geschrieben und zudem zur Unterlassung aufgefordert. Der Brief wurde nachweislich zugestellt. Und? Wieder nix! Keine Reaktion auf die schlussendliche Abmahnung!

Ich „musste“ nun Klage vor dem Amtsgericht Bochum einreichen. Dann bin ich also der böse Abmahner und böse Abzocker? Mitnichten. Ich wollte mit gütig einigen. Zu einem moderaten Lizenzvertrag. Und: schließlich hat das Amtsgericht Bochum bisher in den wenigen Klagen zu meinen Gunsten bzw. zu Schadensersatzzahlungen entschieden. Und nicht „In dubio pro reo“, also „Im Zweifel für den Angeklagten“, etwa weil laut nach Abzocke geschrien oder „Creative Commons – Fotos haben doch keinen Wert“ propagiert wird. Fotoklau ist scheinbar zu einem Volkssport geworden, besser gesagt Unternehmenssport – wenn man mal die nicht-gewerblich handelnden Fotodiebe außer Acht lässt.

Eines darf man aber auch nicht vergessen: die Zahl derer, die Fotos rechtmäßig, lizenzkonform mit Urhebernennung nutzen, übersteigt allerdings deutlich die Zahl der Fotodiebe. Ich hoffe, das bleibt auch so.

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