Ausreden eines Fotodiebs, Teil 1

Dass das Internet Neuland ist, ist auch schon wieder ein alter Hut. Aber gerade für Webdesigner, für sogenannte Full-Service-Web-Agenturen, für Bauunternehmer oder Ärze, die die eigene Homepage selbst pflegen, aber auch für Rechtsanwälte sollte das Internet, und gerade auch das deutsche Urheberrechtsgesetz, dass im September 2015 ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben wird, eben kein Neuland sein.

Leider ist Fotodiebstahl immer noch an der Tagesordnung. Einfach mal durch die Google-Bildersuche oder Wikipedia gesurft, rechte Maustaste geklickt, „Speichern unter …“ gewählt, geklautes Foto in den eigenen Webauftritt geladen, Urhebernennung vergessen unterlassen (woher soll man auch wissen, wer der Urheber ist?) und fertig ist – theoretisch – die Urheberrechtsverletzung mit Schadensersatzanspruch und – theoretisch – auch der Straftatbestand.

Wird man dann irgendwann erwischt, sind viele viele Ausreden nicht weit. Fotografen kommt immer wieder folgende Aussage unter:

Ich kann ja nichts dafür. Mein Auszubildender / mein Praktikant hat Ihr Foto irgendwoher genommen. Und der ist schon lange nicht mehr im Unternehmen. Tut mir leid.

„Ich kann ja nichts dafür“ wird mit Blick in das entsprechende Webseiten –  Impressum sicher nicht haltbar sein. Ebenso für den Geschäftsführer. Denn dieser haftet nach einer Entscheidung des OLG Köln (Urteil v. 05.12.2014 – Az.: 6 U 57/14) für die Urheberrechsverletzungen seiner (ehemaligen) Mitarbeiter.

Urheberrechtsverletzungen kann man mit vielen, einfachen Mitteln verhindern: einfach mal beim Fotografen nachfragen oder einfach mal Lizenzbedingungen lesen oder … oder … oder Fotos selbst erstellen.

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