Abschied von Queen Elisabeth II. in Celle – Sicherheitsstufe 1 mit *

Queen Elisabeth II. zu Besuch in Deutschland
Foto: Queen Elisabeth II. zu Besuch in Deutschland, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Bei öffentlichen Presseterminen von Spizenpolitikern, auch im Wahlkampf, ist die Sicherheitsüberpfrüfung durch das BKA und auch LKA schon Standard. Nicht umsonst muss man im Vorfeld auch Geburtsdatum und Geburtsort preisgeben, dann wird gerastert, was das Zeug hält.

Beim Besuch der britischen Königin Queen Elisabeth II. in Deutschland vergangene Woche waren Presse-/Fotografen-Akkreditierungen nicht nur rar, sondern teils nach dem Berliner Modell gepoolt, wie beispielsweise auch beim Papst-Besuch 2011 oder beim G7-Gipfel 2015. Ich entschied mich allein aus Zeit- und Entfernungsgründen für ihren Besuch in Niedersachsen. Am letzten Tag ihres Deutschlandbesuchs sprach sie u.a. mit Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen, bis auf gepoolte Filmteams und Fotografen war dieser Termin pressefrei.

Der Besuch Königin Elizabeths II und des Herzogs von Edinburgh in Bergen-Belsen wird im kleinen Rahmen stattfinden, um dem Ort und seiner Geschichte Respekt entgegen zu bringen. Daher wird die Britische Botschaft in Bergen-Belsen eine Pool-Lösung für Ton-, Film- und Bildaufnahmen bereitstellen. Informationen zu den Pool-Führern werden zu gegebener Zeit in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Bitte kontaktieren Sie die Botschaft nicht bezüglich zusätzlicher Akkreditierungen. Hierfür besteht keine Möglichkeit.

Blieb also nur noch der offizielle Verabschiedungstermin gegen 13:15 Uhr durch den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) auf dem Heeresflugplatz Celle (Wietzenbruch/Immelmann-Kaserne). Von hier aus sollte die Queen ihren Rückflug antreten.

Im Vorfeld hieß es hierzu: Sicherheitsüberprüfung, begrenzte Zulassung, Pressetribüne, Entfernung ca. 15 Meter, Zufahrt bis spätestens 12 Uhr.

Die Zulassung kam ein paar Tage vorher per Mail, BKA, LKA und vermutlich auch der britische Geheimdienst hatten wohl nichts sicherheitsgelevantes gefunden …

Zur Bearbeitung der Akkreditierung ist es erforderlich, Ihre personenbezogenen Daten automatisiert zu verarbeiten. Sie werden ausschließlich für diesen Zweck erhoben und zum Zweck der Überprüfung sicherheitsrelevanter Umstände an die zuständigen Sicherheitsbehörden übersandt. Die Sicherheitsbehörden löschen im Rahmen von Akkreditierungsverfahren erhaltene personenbezogene Daten nach Abschluss der jeweiligen Veranstaltung.

Als ich gegen 11 Uhr in Celle eintraf, säumten schon tausende Royal-Fans die Straßen, ebenfalls sorgten auf den Hauptstraßen bzw. der offiziellen Fahrtroute alle 200 Meter Polizisten für den reibungslosen Ablauf. Letzter Einlass 12 Uhr? Der Grund dafür war dann auch schnell klar: keine übliche kleine Überprüfung von Rucksack und Fotoausrüstung (z.B. Funktionstest) oder – zuletzt bei Bundespräsident Joachim Gauck – durch Sprengstoffspürhunde. Nein, dieses Mal Sicherheitskontrolle wie am Flughafen und zusätzlich Echtheitsüberprüfung des Ausweises oder Passes mit einer Lupe. Nicht nur für die Presse, auch für die nach meiner Schätzung rund 1000 geladenen Gäste.

Das alles, um für ziemlich genau 8 Minuten (ja, acht!) einen Blick und Klick auf die mit ihrem Range Rover einfahrende, über den roten Teppich zum startklaren Flieger gehende, derzeit älteste amtierende Monarchin der Welt zu erhaschen.

Queen Elisabeth II. zu Besuch in Deutschland
Foto: Queen Elisabeth II. zu Besuch in Deutschland, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Ausreden eines Fotodiebs, Teil 2

Boa Constrictor in der Hose
Foto: Boa Constrictor in der Hose, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Fotodiebstahl zieht sich weiter durch alle Massen. Selbst große Freizeitparks machen nicht davor halt, ihren eigenen Online-Shop mit meinen Creative-Commons- und Nicht-Creative-Commons-Fotos aufzuhübschen. Keine Frage – selbstverständlich ohne Urhebernennung. Und richtig gelesen – gleich mehrere Fotos geklaut, genauergesagt zwei.

Mein lieber, netter Brief wurde dann auch direkt von einer Großkanzlei mit über zwei Dutzend Fachanwälten aus einer norddeutschen Landeshauptstadt beantwortet, Unterlassungserklärung und Beschimpfung inklusive.

Antwort einer Großkanzlei zum Fotoklau
Antwort einer Großkanzlei zum Fotoklau
Antwort einer Großkanzlei zum Fotoklau

Wie kam es zum doppelten Fotodiebstahl? Das weiß wieder mal niemand. War es wieder mal der Praktikant oder Azubi?

Wie es dazu kam, dass eben diese Bilder ausgewählt wurden, wird unsere Mandantin intern recherchieren.

Starker Tobak. Also hat mal wieder jemand einfach bei Google zugegriffen. Das wäre die ehrlichere Antwort gewesen. Besser wäre:

Danke, dass Sie uns darauf hinweisen. Wir werden in Zukunft unsere internen Abläufe optimieren, damit derartige Urheberrechtsverletzungen sich nicht wiederholen.

Und sonst? Warum sollte meine Abmahnpraxis Rechtsmissbrauch sein? Warum soll ich als Fotograf und Urheber auf meine Rechte verzichten? Hier zeigt sich einmal wieder, dass Fotografen die angeblichen „bösen Abmahner“ sind und die Fotodiebe ungescholten davon kommen (wollen). Fotodiebstahl ist keine Lappalie, kein Kavaliersdelikt. Denn schließlich gibt es ja auch noch den §106 UrhG. Das sollte auch der Herr Dr. Rechtsanwalt als Fachanwalt für IT-Recht sowie Urheber- und Medienrecht wissen, der die Antwort verfasst hat. Der hat sicher lieber nach dem bösen Abmahner gegoogelt statt sich mit der Rechtslage zu beschäftigen.

Auch wenn es eben im Antwortschreiben nicht so aussieht: zu Recht wurde ein dreistelliger Schadensersatzbetrag zur Erledigung der Sache angeboten.  Vor Gericht wäre sicher mehr drin gewesen.

Hinweis: das Foto am Anfang des Beitrags hat mit diesem Fotodiebstahl nichts zu tun und ist rein zur Illustration gedacht.

Echte Abzocke: „Deutsches Firmenregister“-USTID-Nr.de

Abzocke mit Firmenregistereintrag
Abzocke mit Firmenregistereintrag
Abzocke mit Firmenregistereintrag
Abzocke mit Firmenregistereintrag

Die Abzocke mit Firmenregistereinträgen geht weiter. Als Ein-Mann-Unternehmer kann eigentlich nicht viel passieren, denn Erstens ist mir die Abzock-Masche bekannt und Zweitens lese ich somit meine Post selbst bzw. beantworte sie auch. In größeren Unternehmen ist das natürlich anders – da liest die Sekretärin die Eingangspost oder die entsprechende Abteilung. Und schwupp – ein Abzock-Abo für einen völlig irrelevanten, unnützen Firmenregistereintrag abgeschlossen. Denn die Briefe sehen so richtig offiziell aus, dazu noch auf Umweltpapier. Wie immer: Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Weitere Details für Interessierte gibt es hier und hier.

Beim ZDF arbeiten auch nette Kollegen

Foto: Ursula von der Leyen mit Baby und Bundeswehrsoldat während ihrer Sommerreise, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0
Foto: Ursula von der Leyen mit Baby und Bundeswehrsoldat während ihrer Sommerreise, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Da werden Erinnerungen an Jan Böhmermann wach. Genau. Das ist der ZDF-Möchtegern-Komiker ohne Webseiten-Impressum, der im Januar 2015 abgemahnt wurde, weil er ein Foto vom Fotografen Simon Lange Martin Langer auf Twitter postete.

Ähnlich erging es mir vor einigen Tagen: ein bekannter Journalist eines bekannten ZDF-Magazins postete im März 2015 mein Foto von Ursula von der Leyen’s Sommerreise 2014 auf Twitter. Ohne Urhebernennung und ohne Einhaltung der Lizenzbedingungen. Auf der im Tweet verlinkten Website waren Foto und die notwendigen Angaben ebenfalls nicht vorhanden.

Abmahnung schreiben? Kommt für mich im ersten Schritt nicht infrage. Ein kleiner Appell an die Journalistenehre des Kollegen via kurzem Brief und E-Mail sollte es sein – der dann auch umgehend half. Viel Verständnis, kleine finanzielle Entschädigung inklusive und vielleicht ab und zu Rückgriff auf mein Foto-Portfolio. Es geht auch anders, Herr Langer und Herr Böhmermann.

Hinweis: es handelte sich nicht um das oben abgebildete Foto.

Amtsgericht Bochum: Creative Commons-Fotos haben einen Wert

Feuerwerk Kurparkfest 2009 Hamm
Foto: Feuerwerk Kurparkfest 2009 Hamm, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

Mal wieder mein Feuerwerksfoto, mal wieder das Amtsgericht Bochum, mal wieder eine Beklagte, bei der es sich um Tiere dreht, mal wieder Creative-Commons-Lizenz nicht eingehalten, mal wieder keine Urhebernennung gem. 13 UrhG, mal wieder bekomme ich Recht. Dieses Mal nach mündlicher Verhandlung und Anerkenntnisurteil und nicht durch Vergleich.

SMS
SMS

Sicher hatte sich die Beklagte dies anders vorgestellt – nach diversen Beschimpfungen in meine Richtung und WhatsApp und SMS im selben Ton. Oh, nein, sie hat mich nicht selbst beschimpft. Ihre Freundin und ehemalige Fotografin, die ihr eine Collage gebastelt hatte, beschimpfte mich.

Denn immerhin hatten sie beide im Internet gelesen, dass ich ein unverschämter Abzocker sei und sie selbstverständlich keine Schuld am Fotodiebstahl hatten. Von Einsicht und Unrechtsbewußtsein keine Spur. Die Collage mag ein Geschenk gewesen sein, doch rechtlich verantwortlich bleibt natürlich die, die im Impressum der Website steht. Dass die Verhandlung – zum Unmut des vorsitzenden Richters – überhaupt angesetzt werden musste und auch noch gut eine Stunde dauerte, lag dann auch am gegnerischen Prozessbevollmächtigten, der sich dazu die Frage des Gerichts gefallen lassen musste, ob er denn diesen Prozess für sich führe oder im Sinne der Beklagten. Interessante Einschätzung! Die teile ich!

Obwohl der gegnerische Prozessbevollmächtigte sich mittlerweile Fachanwalt für Urheberrecht nennen darf, lief sein Argument, dass eine einfache gecopypastete Collage eine freie Nutzung gem. §24 UrhG sei, selbstverständlich ins Leere. Ebenso die in den 21 Seiten der Klageerwiederung aufgestellten, teils aberwitzigen Thesen wie „das ist doch kein Lichtbildwerk„, „keine Schöpfungshöhe“, „Fotografen ohne eigenes Fotostudio sind keine Fotografen“ oder auch beispielsweise „das Foto wurde nicht mit einer professionellen Kamera aufgenommen“. Auch der Hinweis auf das berühmte OLG Köln-Urteil zu Creative-Commons-Fotos führte natürlich nicht zum Erfolg – denn die Lizenzbedingungen wurden eben gerade nicht eingehalten.

So überraschte dann auch die abschließende Entscheidung des Gerichts nicht, mir für die Nutzung des obigen Feuerwerksfotos einen dreistelligen Schadensersatzbetrag zuzusprechen sowie entsprechenden Unterlassungsanspruch anzuerkennen.

Amtsgericht Bochum, Urteil vom 28. Mai 2015, Aktenzeichen 45 C 17/15 (rechtskräftig, da beide Seiten auf Rechtsmittel verzichtet haben)

VOX hält Creative Commons-Lizenzbedingungen nicht ein

Screenshot: VOXNOW
Screenshot: VOXNOW

Ein befreundeter Fotograf gab mir am Dienstagabend den Tipp, dass VOX mein Foto von Paul Janke in der Sendung Das Perfekte Dinner genutzt hat. Sehr schön!

Nicht so schön: VOX hielt dabei die Creative Commons-Lizenzbedingungen nicht komplett ein. Immerhin: Der Hinweis auf die Wikipedia und die Urhebernennung sind da – reichen aber insgesamt nicht aus. Die entsprechende Creative Commons-Lizenz hätte noch erwähnt und verlinkt werden müssen. Verlinkt? Naja, im TV hätte VOX sie wohl komplett anzeigen müssen. Oder mich einfach fragen können. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass man sich bei VOX bzw. beim Produktionsteam vom Perfekten Dinner nicht wirklich Gedanken darum gemacht hat.

Dat is Texel …

Das ist Texel. Kleine, niederländische Insel, viel Sonne, weite, endlose Strände, nette Menschen, Erholung, Fotomotive an jeder Ecke.

Texel, Leuchtturm im Sonnenuntergang
Foto: Dirk Vorderstraße
Texel, Sandverwehungen am Strand beim Sonnenuntergang
Foto: Dirk Vorderstraße
Foto: Dirk Vorderstraße
Foto: Dirk Vorderstraße

… und das ist auch Texel:

Solarbetriebene Strandmobile für die Barrierefreiheit, kostenlose Papiertüten für einen sauberen Strand, Einkaufen im Supermarkt mit eigenem Scanner, Nutella-Gläser, die man auch wirklich leer bekommt, Funk-Pieper, wenn das Essen im Geheimtipp-Fisch-Restaurant abholbereit ist, Behinderten-WC in jeder noch so kleinen Strandbar und automatisches Kennzeichen-Scannen für superschnellen Check-In auf die Autofähre. Denk ich an Texel, denk ich, wir leben hier in Hamm hinterm Mond!

Texel: Strandmobil für den barrierefreien Strandzugang; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: Kostenlose Papier-Tüten für deinen Müll am Strand; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: Hand-Scanner für schnelles Einkaufen im Plus-Markt; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: „gerade“ Nutella-Gläser für langen Genuß; Foto: Dirk Vorderstraße
Texel: Behindertengerechte Toilette in jeder kleinen Strandbar; Foto: Dirk Vorderstraße
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Texel: „Funk-Pieper“ im De Texelse Visspecialist; Foto: Dirk Vorderstraße

Wenn netter Brief und Abmahnung nicht helfen …

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Foto: Feuerwerk Kurparkfest 2009 Hamm, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 3.0

… hilft beim Fotoklau wohl nur eine Klage vor dem Amtsgericht Bochum. Auch wenn zwei vermutlich ehemalige Mitglieder der Piratenpartei Personen seit einiger Zeit behaupten, ich wäre ein böser Abmahner und böser Abzocker.

Aber stecke ich als Fotograf denn wirklich in der Zwickmühle? Was tun bei Urheberrechtsverletzungen, beim gewerblichen Diebstahl meines geistigen Eigentums? Direkt zum Abmahn-Anwalt laufen ist nun mal nicht mein Ding. Und genau das soll der falsche Weg sein? Soll ich über die paar Urheberrechtsverletzungen einfach hinwegsehen? Nein. Denn wir reden hier nicht von Privatleuten und auch nicht von Bloggern.

Und mal ehrlich: wenn man im Januar einen Profi-Reitstall, also einen mit Ausbildung, Zucht und Ferienmöglichkeiten für Kinder, mit Lizenzangebot anschreibt, weil seine Inhaberin ein Feuerwerks-Foto von mir ohne Urhebernennung auf der eigenen Webseite und dazu noch auf der dazugehörigen Facebook-Fanseite nutzt, rechnet man mit vielem: mit Unverständnis, mit Beschimpfungen und dergleichen. Denkste. Nichts passiert. Auch die Erinnerung im Februar – wohlgemerkt mit gleichem Lizenzangebot in Form eines niedrigen Lizenzbetrags – wurde getrost ignoriert. Das Feuerwerks-Foto ist weiter auf Facebook im entsprechenden Post online und auch auf der Website (wenn auch nur als Deeplink, aber eben öffentlich zugänglich).

Da ich sicher Besseres zu tun habe, bin ich erst im Mai dazu gekommen, mich wieder mit der potentiellen Kundin zu beschäftigen. Dieses Mal habe ich allerdings nicht so ganz nett geschrieben und zudem zur Unterlassung aufgefordert. Der Brief wurde nachweislich zugestellt. Und? Wieder nix! Keine Reaktion auf die schlussendliche Abmahnung!

Ich „musste“ nun Klage vor dem Amtsgericht Bochum einreichen. Dann bin ich also der böse Abmahner und böse Abzocker? Mitnichten. Ich wollte mit gütig einigen. Zu einem moderaten Lizenzvertrag. Und: schließlich hat das Amtsgericht Bochum bisher in den wenigen Klagen zu meinen Gunsten bzw. zu Schadensersatzzahlungen entschieden. Und nicht „In dubio pro reo“, also „Im Zweifel für den Angeklagten“, etwa weil laut nach Abzocke geschrien oder „Creative Commons – Fotos haben doch keinen Wert“ propagiert wird. Fotoklau ist scheinbar zu einem Volkssport geworden, besser gesagt Unternehmenssport – wenn man mal die nicht-gewerblich handelnden Fotodiebe außer Acht lässt.

Eines darf man aber auch nicht vergessen: die Zahl derer, die Fotos rechtmäßig, lizenzkonform mit Urhebernennung nutzen, übersteigt allerdings deutlich die Zahl der Fotodiebe. Ich hoffe, das bleibt auch so.

Ausreden eines Fotodiebs, Teil 1

Dass das Internet Neuland ist, ist auch schon wieder ein alter Hut. Aber gerade für Webdesigner, für sogenannte Full-Service-Web-Agenturen, für Bauunternehmer oder Ärze, die die eigene Homepage selbst pflegen, aber auch für Rechtsanwälte sollte das Internet, und gerade auch das deutsche Urheberrechtsgesetz, dass im September 2015 ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben wird, eben kein Neuland sein.

Leider ist Fotodiebstahl immer noch an der Tagesordnung. Einfach mal durch die Google-Bildersuche oder Wikipedia gesurft, rechte Maustaste geklickt, „Speichern unter …“ gewählt, geklautes Foto in den eigenen Webauftritt geladen, Urhebernennung vergessen unterlassen (woher soll man auch wissen, wer der Urheber ist?) und fertig ist – theoretisch – die Urheberrechtsverletzung mit Schadensersatzanspruch und – theoretisch – auch der Straftatbestand.

Wird man dann irgendwann erwischt, sind viele viele Ausreden nicht weit. Fotografen kommt immer wieder folgende Aussage unter:

Ich kann ja nichts dafür. Mein Auszubildender / mein Praktikant hat Ihr Foto irgendwoher genommen. Und der ist schon lange nicht mehr im Unternehmen. Tut mir leid.

„Ich kann ja nichts dafür“ wird mit Blick in das entsprechende Webseiten –  Impressum sicher nicht haltbar sein. Ebenso für den Geschäftsführer. Denn dieser haftet nach einer Entscheidung des OLG Köln (Urteil v. 05.12.2014 – Az.: 6 U 57/14) für die Urheberrechsverletzungen seiner (ehemaligen) Mitarbeiter.

Urheberrechtsverletzungen kann man mit vielen, einfachen Mitteln verhindern: einfach mal beim Fotografen nachfragen oder einfach mal Lizenzbedingungen lesen oder … oder … oder Fotos selbst erstellen.

Tag der Bundeswehr 2015 am 13. Juni

Soldatin mit Gewehr G36 in der Grundausbildung bei der Bundeswehr (Foto 11479)
Foto: Soldatin mit Gewehr G36 in der Grundausbildung bei der Bundeswehr, Urheber: Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY-NC 3.0

Am 13. Juni schon etwas vor? Deutschlandweit lädt die Bundeswehr an vielen Standorten zum „Tag der Bundeswehr“ ein. 60 Jahre Bundeswehr und 25 Jahre Streitkräfte-Einheit seien die Anlässe, so die Pressemeldung, um in den Dialog mit den Bürgern zu treten und für die Attraktivität und Familienfreundlichkeit zu werben.

Viel interessanter für Fotografen: die zahlreichen Vorführungen in Bischofswiesen, Bonn, Burg, Eckernförde, Flensburg, Fritzlar, Hannover, Koblenz, Laupheim, Leipzig, Manching, Nörvenich, Rostock, Storkow und Wilhelmshaven. Ich für meinen Teil werde voraussichtlich beim Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar fotografieren, hier sind Flugvorführungen mit dem TIGER, dem NH 90, der Bell UH-1D und der BO-105 geplant (Division Schnelle Kräfte (DSK)).